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Berliner kaufen Möbelzentrum - Kölnische Rundschau
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Übernahme

Berliner kaufen Möbelzentrum

Von Claus Boelen-Theile, 01.03.10, 22:21h, aktualisiert 02.03.10, 10:39h

Das Rösrather Möbelzentrum ist an die Berliner Möbel-Gruppe Höffner verkauft worden. Ab 1. März gehört das Traditionshaus nun der Möbelkette. Den Namen darf das Möbelhaus vorerst behalten.

RÖSRATH - Das Rösrather Möbelzentrum ist verkauft: Auf einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung sind gestern Morgen die Beschäftigten von der bisherigen Geschäftsführerin Freya Steinkühler informiert worden, dass das Traditionshaus zum 1. März an die Berliner Möbel-Gruppe Höffner übergegangen ist. Auch Ehegatte und Mitgesellschafter Walter Steinkühler zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. „Frau Steinkühler verabschiedete sich anschließend von ihren Beschäftigten“, heißt es aus der Belegschaft. Neuer starker Mann im Möbelhaus wird künftig Kurt Krieger sein, der die bundesweit agierenden Möbel-Ketten Walther und Höffner steuert.

Krieger war gestern persönlich mit seinem Team in Rösrath und stellte sich den Beschäftigten vor. Das Möbelhaus solle Teil der Höffner-Gruppe werden, den eingeführten Namen „Rösrather Möbelzentrum“ aber behalten. Hinsichtlich der 420 Mitarbeiter (aus dem Haupthaus und den beiden Anliefer-Unternehmen) habe Freya Steinkühler die Übernahme aller Beschäftigten als Bedingung des Verkaufs genannt. Der Geschäftsbetrieb solle wie bisher weitergeführt werden. „Wir müssen sehen, ob dieses Versprechen eingehalten wird“, heißt es aus der Belegschaft. Zunächst sei es positiv, dass es diese Jobgarantie gebe. „Was noch kommt, weiß allerdings keiner.“

Die Höffner-Kette beschäftigt derzeit etwa 6000 Mitarbeiter, 16 Standorte verteilen sich in der gesamten Republik. Die Höffner-Gruppe entstand im 19. Jahrhundert aus einer im Berliner Osten gelegenen Tischlerei. Bis zum Zweiten Weltkrieg stieg Möbel Höffner zum größten Möbelhaus in der Hauptstadt auf, wurde allerdings nach der deutschen Teilung nicht weitergeführt.

Der heutige Chef Kurt Krieger hatte die Namensrechte schon 1967 erworben. Nach der Wiedervereinigung gründete er das Unternehmen neu und expandierte in den Westen. Höffner-Möbelhäuser gibt es auch in Hamburg, Frankfurt, Mannheim, Dresden, München und Rostock. Kurt Krieger ist Mehrheitsaktionär der Möbel-Walther-Gruppe und Inhaber der Kette.

Der Start fand Ende der 60er Jahre statt

Das Rösrather Möbelzentrum, Ende der 1960er Jahre auf dem ehemaligen Biedermann-Fabrikgelände am Rösrather Bahnhof angesiedelt und vor etwa 20 Jahren auf das jetzige Gelände in Kleineichen umgezogen, war aufs Engste mit dem Namen der Eheleute Steinkühler verbunden.

Die Firmengeschichte begann nach 1950, als das Ehepaar mit dem Verkauf von Fernsehern den Start in die Selbstständigkeit wagte. Das heimische Wohn- und Schlafzimmer diente als erstes „Lager“. Nach Stationen an der Dürener Straße in Köln und in Mechernich siedelte sich das Unternehmen in Rösrath an.

Heute verfügt das Möbelzentrum über eine Verkaufsfläche von 46 000 Quadratmetern und einer Gesamtbetriebsfläche von 240 000 Quadratmetern. 90 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark. Das 1996 entstandene Hochregallager in Porz gilt als das größte vollautomatische Möbellager Deutschlands. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 80 Mio. Euro. Das Möbelzentrum war zuletzt der Atlas-Einkaufs-GmbH angeschlossen.

Freya Steinkühler war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



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